schluesselworte

schluesselworte
abgelegt und fortgegangen (c) Dieter Vandory

Dienstag, 19. April 2011

vom schreiben

(c) dieter vandory




du kennst das land
aus dem die worte wachsen

rissig muss es sein
und wie entkernt

und tausend lieder
müssen darin schlafen


bevor ein sonnenwind
darüber streift

und silben formt
musst du den hunger tragen

die dürre schmecken
und das leid

und deine seele
ausliefern dem zweifel

du darfst nie satt sein
niemals hoffen

dass je ein wort
dich findet zufällig

geboren wird es nur
aus qualen

bevor sichs fügt
/vielleicht/
in ein gedicht



(c) monika kafka, 2011

Kommentare:

  1. Bis auf die erneute Wiederholung des Begriffes "entkernt", ein sehr wahrlicher Text. Mit dem Foto im Rücken, ist das eine sehr runde Sache geworden.
    lg d.

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  2. danke, mein lieber, das freut mich.

    was das "entkernt" anbelangt, nun ja, es ist eine wortschöpfung, die in mehrere kontexte passt, und ich liebe sie!
    dennoch, ich weiß, ich sollte aufpassen mit wörtern, die mir so sehr am herz liegen ...

    hab noch einen schönen abend,
    deine mone

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  3. absolut umwerfend gut und ich unterschreibe es sofort mit all meinem herzblut! es sind diese tiefgefühlten, durchlebten gedichte, die mehr als nur vorrüber gleiten, die festhaften, sich einhaken, nachklingen, einen zurückkommen lassen, zum wieder lesen .. so wie dieses hier.

    mo, das ist so was von grandios, ich bin begeistert!!!

    schöne ostertage für dich,
    lieber gruß
    isabella

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  4. liebe isabella,

    ja, es ist ein schweres geschäft, das mit den worten ... mal wollen sie nicht, dann will man selber grad nicht, dann wiederum sind sie beleidigt und ziehen von dannen, ohne dass man weiß, wann sie zurückzukehren gedenken, man erwartet sie nicht und hofft doch ungeduldig auf sie ...dann buhlt man wieder um sie, sucht sie zu locken, es ist ein ewiger eiertanz, nicht wahr?

    danke für deine anerkennenden worte und schöne ostern!

    herzlichst,
    mo

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  5. Gelegentlich, in uns´rer engen Besessenheit
    gerät uns manches Wort in Vergessenheit,
    weil wir es von seiner Wesenheit entkernt.

    Und manch einer hat so das Erkennen verlernt,
    weil er schon zu weit von der Wahrheit entfernt.

    Gedanken und Worte, aus Qualen geboren ...
    -doch nichts in der geistigen Welt geht verloren!

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  6. hehe ... lieber alfi,

    wie wahr wie wahr!!!

    ich danke dir!

    herzlichst,
    monika

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