schluesselworte

schluesselworte
abgelegt und fortgegangen (c) Dieter Vandory

Freitag, 10. Mai 2013

diese gasse

 
 





und dann kehrst du zurück
 
in diese gasse
 
 
 
wo hinter den fassaden dicht
 
gedrängt die erinnerungen schlafen
 
aus einer fernen fuge zeit
 
 
 
fliegt dich zermahlte
 
sehnsucht an, beim rendezvous
 
mit einem kleinen braunen
 
 
 
bist du nur eine armlänge
 
von ihr entfernt und buchstabierst
 
doch schon ins dunkel ihren namen
 
 
 
aus zugigen fenstern
 
bröckelt ihr licht wie der putz
 
vom alten gemäuer
 
 
 
es schließt das kaffeehaus
 
und sie bleibt zurück, wie immer
 
zahlt diese rechnung kein wirt
 
 
 
 
 
 
 
/c/ bild und text: monika kafka, 2013

Kommentare:

  1. Mit leichter Neugier
    kehrt man zurück an Orte
    die voll der Erinnerung
    an gesprochene Worte.

    Bröckelnde Fassaden am alten Gemäuer
    ist manch sensiblen Gemüt nicht geheuer.

    Sehnsucht danach verlangt nach Wiederkehr,
    jedoch: vergang´ne Zeit kann man nicht zwingen
    und das „Jetzt“ wiegt übermäßig schwer.

    In unserem Gefühlen ringen
    wir um des Gewissens Ehr,
    doch nichts und niemand
    kann uns Vergang´nes wiederbringen …

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  2. wie wahr, lieber alfred, nichts und niemand kann uns vergangenes je wiederbringen.
    man kann von glück reden, wenn man sich zumindest die erinnerungen daran ungetrübt bewahren kann ...

    hab dank für deine so trefflichen zeilen!

    herzlich,
    monika,
    die ganz sicher wiederkehren wird ...

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  3. ein sehr guter text, meine liebe.
    herzlich,
    deine di

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    1. danke, liebe di, für anerkennung und besuch hier!

      herzlich,
      deine mo

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  4. sehr schön und gelungen, gefällt mir, nur ein paar kleinigkeiten

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    1. lieber werner, die "kleinigkeiten" muss ich mir noch genauer anschauen und vor allem sacken lassen, hab schon mal dank dafür.

      und natürlich für besuch und kommentar!

      monik

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  5. In einer Zeit der Sprachvulgarisierung, wo manchmal sogar von einem Superstar-Moderator medial gepöbelt wird, ist es (für mich jedenfalls) ein Bedürfnis, immer wieder Lyrik zu lesen – nicht von Charles Bukowsky, und auch nicht von Kurt Tucholsky (obwohl ich den sehr mag), sondern solche Gedichte, wie Du sie schreibst, liebe Monika, Gedichte, die mich beim Lesen und danach froh machen, denn Sprache bedeutet für mich immer noch viel mehr als nur Kommunikation im Alltag.
    Ich wünschte mir/Dir, dass der Klang Deiner Gedichte über den Chor der „Schlüsselworte“ hinaus vernommen werden.
    Claus

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  6. ich gebe die hoffnung /noch/ nicht auf, lieber claus, dass der klang meiner gedichte vernommen wird.
    dankbar bin ich, wenn sich dieser klang im innersten meiner leser zu einer melodie entfalten kann, der sie gerne lauschen und die sie mit eigenen tönen erweitern können. dann, ja dann hat das gedicht seine bestimmung gefunden.

    hab herzlichen dank für deine worte,
    monika

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